Lärmtag: Hamburg

Bürgerinitiativen und Vereine aus Hamburg und Schleswig-Holstein halten gemeinsam Mahnwache gegen Lärm am Hamburger Flughafen

Mehr als 50 Teilnehmer trafen sich am 29.04.2015 – dem internationalen Tag gegen den Lärm – im Terminal 2 des Hamburger Flughafens, um in Ruhe gegen den Lärm zu mahnen. Die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Themas „aktiver Fluglärmschutz“ ist dem Hamburger Senat und der Bürgerschaft mittlerweile bewusst: Im Koalitionsvertrag über die Zusammenarbeit in der 21. Legislaturperiode der Hamburgischen Bürgerschaft wurde zwischen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen der „Stadtverträgliche Flughafen“ verbindlich vereinbart: „Der Flughafen Hamburg muss gerade als großer stadtnaher Flughafen im Einklang mit betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern stehen. Hierfür wird der von der Bürgerschaft beschlossene 16-Punkte-Plan konsequent umgesetzt.“

Unter Beachtung und notwendiger Ergänzung des 16-Punkte-Plans fordern die Bürgerinitiativen und Vereine für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein:

  • Umsetzung des im Koalitionspapier von SPD & Bündnis 90/Die Grünen festgeschriebenen Nachtflugverbots für die Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr
  • Anpassung des Fluglärmkontingents von 1997 an den aktuellen Stand der Technik, unter Umsetzung der Lärmgrenzwerte aus dem Fluglärmschutzgesetz von 2007
  • Konsequente Umsetzung des Gesetzgebungsverfahrens zur Reformierung der Position des Fluglärmschutzbeauftragten als direkte Vertretung der betroffenen Bürgerinnen und Bürger und nicht der Fluglobby
  • Sofortige Veröffentlichung der ersten Quartalsberichte in Erfüllung der Berichtspflichten über die Fortschritte bei der Umsetzung des 16-Punkte-Plans
  • Einführung des „Euro für den Fluglärmschutz“ für jeden Passagier je Start und Landung und ausschließliche Verwendung für Maßnahmen des aktiven Fluglärmschutzes


Entgegen den Beteuerungen der Flughafen GmbH in ihren Hochglanzbroschüren, im ständigen Dialog mit den vom Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und Bürgern zu stehen, stand gestern während der gesamten Veranstaltung niemand für ein Gespräch bereit. Es stellt sich die Frage, wann und wie der Flughafenbetreiber die im Koalitionsvertrag festgeschriebene „Allianz für Lärmschutz“ mit Leben erfüllt - die gestrige Chance wurde leichtfertig vertan.

Fazit der gestrigen Mahnwache ist, dass die Anzahl an Flugbewegungen am innerstädtischen Großflughafen nicht durch die technische Machbarkeit oder den ungezügelten Wachstumsgelüsten der Flughafen GmbH bestimmt werden darf, sondern sich der Akzeptanz bei der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung unterordnen muss. Die ca. 154.000 Flugbewegungen über den dicht bewohnten Stadt- und Siedlungsgebieten Hamburgs im Jahr 2014 sind viel zu viel!


Die beteiltigten Initiativen gegen Fluglärm:

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