Regelverstößen nehmen überproportional zu

Belastete Anwohner protestieren am innerstädtischen Flughafen Hamburg

Passagierrekord: Kein Grund zum Jubeln!

Nun ist er da. Der 17 millionste Passagier, der vom innerstädtisch gelegenen Verkehrsflughafen „Helmut Schmidt“ im Jahr 2017 gestartet oder gelandet ist. Dabei stellt sich die Frage, ob dies wirklich eine Positivmeldung ist? Fliegen stellt mit weitem Abstand den umweltschädlichsten Verkehrsträger dar. Beispielsweise werden auf einem Hin- und Rückflug von Hamburg nach Palma de Mallorca pro Person ca. 1.000 kg Kohlendioxid (CO2) durch die Flugzeugturbinen unwiederbringlich in die Atmosphäre ausgestoßen. Dies entspricht ungefähr der Hälfte dessen, was derzeit ein klimabewusster Mensch im gesamten Jahr dem Planeten zumutet.

Aber auch unmittelbar führt der Passagierrekord zu massiven Problemen: Ein Passagierzuwachs von einer Million pro Jahr bedingt ca. 9.000 zusätzliche Flugbewegungen. Bereits jetzt verhält es sich aber derart, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den An- und Abflugschneisen unter den übermäßigen Belastungen durch den Fluglärm extrem zu leiden haben, wie sich an der gleichsam rekordbehafteten Entwicklung der Beschwerden zeigt. Insbesondere die Verstöße der Fluggesellschaften gegen die seit Jahrzehnten bestehenden Nachtflugbeschränkungen haben in den vergangenen Jahren Überhand genommen. Mittlerweile wird in acht von zehn Nächten das festgeschriebene Betriebsende von 23 Uhr nicht eingehalten. Ein genauer Blick auf die Daten zeigt, dass mit steigender Flugbewegungsanzahl die Häufigkeit von Regelverstößen überproportional zunimmt. Aber auch aus den anderen luftverkehrsbedingten Kennzahlen wird deutlich, dass der Jubel über den Passagierrekord in Gänze die damit verbundenen externen Umweltkosten ausblendet:

Vergleichszeitraum 2013 - 2016
(s.a. http://www.noflyham.de/2017/09/24/unverhaeltnismaessig/)

    • Passagiertransportvolumen + 20,2 %
    • Passagiertransport pro Flug + 6,7 %
    • Anzahl an Flugbewegungen + 11,7 %
    • Anzahl an gewerblichen Flügen + 12,2 %
    • Fluglärmteppich + 12,9 %
    • Fluglärmsumme + 22,9 %
    • Umsatz Flughafenbetreibergesellschaft + 16,3 %
    • Arbeitsplätze Flughafenbetreibergesellschaft + 7,6 %

Der Betrieb des „Helmut Schmidt-Airports“ bedingt die umfassende Rücksichtnahme auf die vom Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und Bürger sowohl im Nahbereich um den Flughafen als auch in den An- und Abflugschneisen bis weit in das Umland hinaus.

Zum Schutz der Bevölkerung muss endlich eine wirksame Belastungsobergrenze eingeführt werden. Die Forderung des BUND [Bund für Umwelt und Naturschutz], unterstützt von fast 15.000 Menschen, für ein konsequentes Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr, ist nicht nur zielführend sondern auch verhältnismäßig und stellt ein gewogenes Mittel zur Wahrung eines nachhaltigen Interessensausgleichs dar. Dieser Forderung schließen sich die Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW) vollumfänglich an“, resümiert Martin Mosel, Sprecher der Bürgerinitiativen für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein (BAW).

Pressekontakt:
Martin Mosel | Sprecher
BAW Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein

Mobil 0151.44201021

presse@baw-fluglaerm.de
www.baw-fluglaerm.de
www.facebook.com/bawfluglaerm
www.twitter.com/baw_fluglaerm

Zurück