Gemeinsame Pressemitteilung BAW Hamburg / Schleswig-Holstein und BIG Hamburg

Hamburger Flughafen ein Coronavirus-Cluster!

Nach den aktuell von der Hamburger Gesundheitsbehörde (BGV) veröffentlichen Corona-Zahlen ist der Hamburger Flughafen mit einem Anteil von mehr als 20 Prozent der Neuinfektionen, einer der Coronavirus-Cluster der Stadt. Von den dort bisher rund 5.300 getesteten Reiserückkehrern wurden ca. 42 Personen po-sitiv auf das Covid-19-Virus getestet, hat der NDR berichtet. Noch nicht berücksichtigt sind die Testverweige-rer, die vor der gestrigen Einführung der Testpflicht über den Hamburg Flughafen eingereist sind - eine ver-gleichsweise hohe Dunkelziffer. Nach den Verlautbarungen des Hamburger Senats am Samstag sind in den letzten sieben Tagen insgesamt 201 positive Infektionen für Hamburg gemeldet worden - nicht eingerechnet die 42 Infektionen bei Blohm+Voss.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat mit seinen neusten Zahlen festgestellt, dass die Zahl der im Ausland mit dem Coronavirus Infizierten in Deutschland weiter ansteigt. Heute hat bereits jeder fünfte Infizierte das Virus von einer Reise mitgebracht.

„Es bestätigt sich erneut die hochinfektiöse Ausgestaltung des Luftverkehrs in der Corona-Pandemie. Flug-hafen und Fluggesellschaften sind personell, strukturell und logistisch mit den Anforderungen einer corona-gerechten Durchführung der Passagierbeförderung überfordert“, stellt der Hamburger Luftfahrtkritiker Martin Mosel fest. Mosel führt weiter aus, dass immer wieder gravierende Mängel insbesondere beim Abstandsge-bot und der Maskenpflicht festgestellt werden. Aus rein wirtschaftlichen Erwägungen stornieren die Airlines schwach gebuchte Flüge, um andere dagegen eng aufzufüllen. Ryanair und auch WizzAir wurden in ande-ren europäischen Ländern wegen dieser Mängel bereits Landeverbote ausgesprochen.

Mosel weist darauf hin, dass Deutschland nur noch wenige Tage von einem zweiten Lockdown entfernt ist. „Jetzt weiter Urlaubsreisen in die vom RKI gelisteten Risikogebiete zuzulassen, ist grob fahrlässig und pro-voziert in den nächsten 14 Tagen den erneuten Lockdown. Die Entwicklung des Corona-Hotspot am Ham-burger Flughafen ist alarmierend. Wenn die Hygieneregeln und -gebote von der Luftverkehrsbranche nicht strikt umgesetzt werden und die festgestellten Fallzahlen weiter steigen, dann müssen auch in Hamburg Landeverbote ausgesprochen werden. Eine vertretbare Schutzmassnahme wäre auch, die betroffene Flüge auf wenig frequentierte Flughäfen umzuleiten, damit konsequent die Testpflicht und Quarantäne durchge-setzt werden kann. Wer meint in diesen Zeiten in Risikogebieten seinen Urlaub verbringen zu wollen, der darf sich über Unbequemlichkeiten und einen kühlen Empfang zu Hause nicht beschweren. Selbstverständ-lich haben diese Risiko-Urlauber auch umfassend die Kosten für ihr sinnbefreites Tun selber zu tragen“, fordert Mosel.

Pressekontakt:
Martin Mosel
Mobil 0151.50893239

BIG-Fluglärm | Dachverband der Bürger-Initiativen-Gegen Fluglärm Hamburg e.V.
Vorstand: Dr. Michael Breyer, RA Rainer Köncke, Lothar Galka
Papenreye 53 | 22453 Hamburg
www.big-fluglaerm.de

 

Martin Mosel (54) engagiert sich ehrenamtlich seit vielen Jahren für den Klima- und Lärmschutz im Luftver-kehr in Initiativen und beim Naturschutzverband BUND. Als Mitglied in verschiedenen Gremien, Verbänden und Ausschüssen berät Mosel auch die Bundesregierung in Fragen zu Belastungen durch Lärm- und Lufte-missionen im Luftverkehr.

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